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Lapislazuli

steine

Tiefblaues Gestein aus Afghanistan, in dem oft goldene Pyritkörner und weiße Kalzitwolken sitzen.

was es ist

Lapislazuli ist ein Gestein und kein einzelnes Mineral. Das Blau kommt vom Lazurit, das darin den größten Anteil hat. Dazu kommen fast immer Kalzit, das als weiße Wolke oder Ader sichtbar wird, und Pyrit, der als goldener Punkt aufblitzt.

Die blaue Farbe entsteht durch Schwefel, der im Kristallgitter des Lazurits sitzt. Das ist ungewöhnlich: Die meisten Mineralfarben kommen von Metallen wie Eisen oder Kupfer. Beim Lapis ist es ein Schwefelion, das Licht im roten Bereich schluckt und das Blau übrig lässt.

woher es kommt

Die ältesten und bis heute besten Vorkommen liegen in Badakhshan im Nordosten Afghanistans, rund um die Mine Sar-e-Sang. Von dort kam der Stein schon vor viertausend Jahren nach Mesopotamien, über eine Strecke von etwa 2500 Kilometern.

Weitere Vorkommen gibt es in Chile und in Sibirien. Chilenischer Lapis ist meist heller und zeigt mehr Kalzit; der afghanische gilt als der tiefste im Farbton.

der Pyrit darin

Pyrit wächst im Lapis mit. Beide entstehen im selben Vorgang, wenn kalkhaltiges Gestein mit heißen, schwefelhaltigen Lösungen in Berührung kommt: Das Blau und das Gold haben dieselbe Quelle.

Im Handel gilt Lapis ohne Pyrit als hochwertiger. Das ist eine Marktkonvention und keine mineralogische Aussage. Ob ein Stein mit goldenen Einschlüssen schöner ist, entscheidet, wer ihn ansieht.

in der Geschichte

Lapislazuli war in der Antike einer der teuersten Stoffe überhaupt. Er findet sich in den Königsgräbern von Ur, in der Totenmaske des Tutanchamun und im Gilgamesch-Epos: Für den toten Enkidu lässt Gilgamesch ein Bildnis anfertigen, dessen Brust aus Lapislazuli und dessen Haut aus Gold ist.

Bis ins 19. Jahrhundert wurde aus gemahlenem Lapis das Pigment Ultramarin gewonnen, das teuerste der europäischen Malerei. Es war zeitweise mehr wert als Gold, weshalb es Malern oft eigens vertraglich zugesichert wurde.

in der Werkstatt

Lapis hat eine Mohshärte von 5 bis 6 und ist damit weicher als Quarz. Er verkratzt an Sand und Staub, und er mag keine Säure: Der Kalzit darin löst sich schon in verdünnter Essigsäure.

Ein Lapis gehört nicht ins Ultraschallbad und nicht zu Putzmitteln. Lauwarmes Wasser und ein weiches Tuch genügen.

darin enthalten

woher die Angaben stammen

  • Gilgamesch-Epos, Standardfassung Tafel VIII (Übersetzung A. R. George, 2003)
  • Faktencheck-Log albkreis, 21.09.2026

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