albkreis

Tusche

zum zeichnen

Ruß in einem Bindemittel, seit rund viertausend Jahren die Farbe für Linien, die bleiben sollen.

was es ist

Tusche ist Ruß, in einem Bindemittel fein verteilt. Ruß besteht zu 80 bis 95 Prozent aus Kohlenstoff und entsteht, wenn Öl oder Holz unter geringer Luftzufuhr verbrennt. Die einzelnen Partikel sind so klein, dass sie Licht fast vollständig schlucken. Daher das tiefe Schwarz.

Das unterscheidet Tusche von den meisten Farben. Sie trägt kein Pigment, das eine Farbe zurückwirft, sondern Kohlenstoff, der sie behält.

warum ich damit arbeite

Weil es, obwohl es nur eine Farbe ist, ein uraltes Material ist, um Gedanken und innere Bilder festzuhalten. Und weil das Schwarz eine Tiefe hat, die ein Fineliner oder ein Filzstift nicht erreicht. Der Kontrast zwischen Schwarz und Weiß macht etwas.

Dazu kommt die Beständigkeit. Tusche ist farbecht und lichtbeständig, und Beständigkeit ist mir bei allem wichtig, was ich herstelle. Deshalb achte ich auch bei Drucken auf Materialien, die lange halten.

woher es kommt

Rußtinten wurden in China schon um 2000 vor Christus verwendet. Der Ruß dafür stammte traditionell aus besonders harzreichen Kiefern, das Bindemittel war Leim; die beste Qualität kam von Hirschgeweih, weil sie fast geruchlos war.

Bis heute wird chinesische Stangentusche aus Öl und Leimwasser hergestellt, in einem Verfahren, das sich in seinen Grundzügen kaum verändert hat.

in der Werkstatt

Getrocknete Tusche ist wasserfest und lässt sich nicht mehr korrigieren. Das ist der Grund, warum eine Tuschelinie anders entsteht als eine Bleistiftlinie: Sie wird gesetzt, nicht gesucht.

Auf Papier bleibt sie licht- und farbecht über Jahrzehnte. Was sie nicht verträgt, ist ein noch feuchtes Blatt und ein Radiergummi.

darin enthalten

woher die Angaben stammen

  • Zusammensetzung von Ruß und Rußtinte: Material-Archiv, Russtinte
  • Frühe Rußtinten in China: Lernhelfer, Tinte; Kalligraphie.com, Tusche

alle Materialien

dahinter