was es ist
999er Kupfer ist Kupfer mit einem Reinheitsgrad von 99,9 Prozent. Es ist weich, dehnbar und lässt sich kalt biegen und hämmern, ohne zu brechen.
Beim Hämmern wird es fester, weil sich das Gefüge verdichtet. Das ist der Grund, warum gehämmerte Teile stabiler sind als gezogener Draht derselben Stärke — die Form ist nicht nur Gestaltung, sie ist auch Festigkeit.
warum ich damit arbeite
Wegen seiner Reinheit, und weil Menschen schon vor Tausenden von Jahren damit gearbeitet haben. Kupfer ist das erste Metall, das der Mensch als Werkstoff genutzt hat: Gediegenes, also in der Natur gefundenes Kupfer wurde schon im 9. Jahrtausend vor Christus kalt gehämmert, lange bevor jemand Erz verhütten konnte. Die eigentliche Verhüttung begann um 5000 vor Christus; die ältesten Nachweise dafür liegen in Serbien.
Es ist leicht zu verarbeiten, vergleichsweise günstig und trotzdem ein Edelmetall. Vor allem ist es ein lebendiges Material. Man sieht ihm an, ob es getragen wird: Getragenes Kupfer bleibt frisch und rosé, liegengebliebenes wird bräunlich.
die Patina
Kupfer läuft an. An der Luft bildet sich zuerst eine dunkelbraune Oxidschicht, später bei Feuchtigkeit ein grünliches Karbonat, die Patina. Auf der Haut kann sich der Vorgang beschleunigen, weil Schweiß leicht sauer ist.
Wer den hellen Glanz zurück will, poliert ihn mit einem Tuch heraus. Wer die dunkle Fläche mag, lässt sie. Grüne Verfärbungen auf der Haut sind harmlos und waschen sich ab; sie entstehen, wenn Kupfersalze auf Schweiß treffen.
darin enthalten
woher die Angaben stammen
- Kupfersteinzeit und früheste Metallurgie: Mineralienatlas, Kupfer/Geschichte
- Älteste Verhüttungsnachweise (Pločnik, Belovode, Serbien): archaeometallurgie.de


