was es ist
Hypersthen ist ein Orthopyroxen, also ein Silikat aus der Pyroxengruppe, mit Eisen und Magnesium. Was ihn zum Schmuckstein macht, ist der Schiller: ein heller Lichtstreifen, der bei Bewegung in Bändern über den geschliffenen Stein zieht.
Der Schiller entsteht an feinen Lamellen, die sich beim langsamen Abkühlen im Kristall entmischt haben. Welches Mineral diese Lamellen bildet, ist in der Literatur nicht einheitlich beantwortet; genannt werden Ilmenit, Hämatit und Goethit. Wer eine einzelne Antwort gibt, ist genauer, als der Forschungsstand es hergibt.
der Name, den es nicht mehr gibt
1988 hat die International Mineralogical Association die Pyroxen-Nomenklatur neu geordnet. Dabei wurde „Hypersthen“ als eigenständige Mineralart gestrichen. Heute beschreibt man den Bereich als Mischkristallreihe zwischen Enstatit und Ferrosilit.
Als Handelsname lebt das Wort weiter, und es ist die Bezeichnung, unter der man den Stein kauft. Der Name auf dieser Seite folgt deshalb dem Handel und nicht der Nomenklatur.
Die Wortherkunft ist griechisch: hyper und sthenos, „über“ und „Stärke“ — gemeint war, dass er härter ist als Hornblende, mit der er verwechselt wurde.
eine Behauptung, die nicht stimmt
Im Netz steht häufig, Hypersthen hänge mit Meteoriten zusammen, und meist wird dabei auf Diogenite verwiesen, die als Eisen-Stein-Meteorite bezeichnet werden. Beides ist falsch. Diogenite sind Achondrite und stammen vom Asteroiden Vesta; Eisen-Stein-Meteorite heißen Pallasite und Mesosiderite.
Richtig ist, dass Orthopyroxen in Chondriten vorkommt, also in sehr alten Meteoriten. Für einen Stein aus dem Schmuckhandel sagt das nichts: Der ist irdisch.
in der Werkstatt
Die Mohshärte liegt bei 5 bis 6. Pyroxene spalten in zwei Richtungen, die sich in einem Winkel von etwa 87 Grad schneiden; an einer flach geschliffenen Rückseite sind diese Flächen oft zu sehen.
Der Schiller zeigt sich nur bei bestimmten Winkeln zum Licht. Ein Stein, der in der Vitrine stumpf wirkt, kann beim Tragen aufleuchten.
darin enthalten
woher die Angaben stammen
- Morimoto et al., Nomenclature of pyroxenes, 1988
- Faktencheck-Log albkreis, 21.09.2026


